Dr. Arch. Elmar Unterhauser
EU Architects

Matteotti Str. 28
I - 39012 MERAN (BZ)
Tel. +39 0473 200 386
Fax. 0473 207 308
eu(at)us2-arch.com
Dreifachturnhalle Bruneck 2001  
Volksschule Branzoll 2001  
Sparkasse Obermais 2001  
Schulzentrum Bozen 2002  
Wohnen in der Kaiserau 2004  
Syn-Com Brixen 2001  
Ifinger Seilbahn Meran 2000  
Syn-Com Brixen 2001

Städtebauliche Situation

In unserem Projekt versuchen wir, für die gestellte Planungsaufgabe einen „Ort“ zu schaffen der allen zukünftigen Besuchern und Benutzern eine Identifikationsmöglichkeit und eine angenehme Arbeitsatmosphäre bietet.

Der als Platz gestaltete Zugangs- und Zufahrtsbereich wirkt raumbildend und öffnet sich nach Süd-Westen, seine einladende Wirkung wird durch bepflanzte und begrünte Flächen noch verstärkt.

 

Architektur und Baukörpergestaltung

Das laut WBW-Ausschreibung vorgesehene sehr große Bauvolumen verlangt nach verschiedenen Planungsansätzen.

Die unterschiedlichen Baukörper werden bis zum Minimalabstand an die Grundstücksgrenze gesetzt, die Konzentration der Baumasse in Nord-Östlicher Richtung und die L-Form des Gebäudekopfes ermöglichen die Schaffung des bereits erwähnten Platzbereiches.

Die Aufteilung des geforderten Volumens in mehrere Einheiten ergibt sowohl im Grundriss als auch in den Fassaden sehr gut ablesbare Einheiten, diese folgen  sowohl funktionalen als auch gebäude- und belichtungstechnischen Erfordernissen.

Bei einem Unternehmerpark sollte der technische Charakter des Gebäudes auch in seiner Architektur zur Geltung kommen. Unser Vorschlag wirkt deshalb bewusst kühl und funktional, wir sehen ihn als Struktur, die Denken, Planen und Arbeiten unter einem gemeinsamen Dach vereint.

Die verwendeten Materialien wie Beton, Stahl und Glas unterstreichen diese Vorstellung.

 

Funktionale Organisation: Leitsystem, Erschließung Verkehr, Anordnung der Stellplätze

An der Brenner-Staatsstraße weisen an den Tragstützen des Daches angebrachte Werbebanner auf die Nutzer des neuen Betriebs- und Verwaltungszentrums hin. Abends werden diese Banner beleuchtet, ein klarer Verweis auf das neue Gebäude ist somit Tag und Nacht gegeben. In unserem Vorschlag ist diese Werbeebene an die Grundstücksgrenze gesetzt worden, sollte der Anrainer dafür kein Einverständnis geben ist der vorgeschriebene Grenzabstand einzuhalten. Diese Maßnahme würde das Gesamtkonzept nicht beeinträchtigen.

Die Hauptzufahrt erfolgt über die J. Durst-Straße an der Südostecke des Baugrundstückes. Für eine bessere Entflechtung des PKW- und LKW-Verkehrs sollte die derzeit gemeinsame Zufahrt geteilt werden.

Alle Ein- und Ausfahrten erfolgen gegen den Uhrzeigersinn, diese einfache und logische Regelung gilt auch für das Tiefgaragengeschoß und alle Parkvorgänge.

Die im Erdgeschoß zurückspringenden Baukörper ermöglichen ein reibungsloses, wettergeschütztes Be- und Entladen der LKW´s, auch für den Fall, daß ein anderes Fahrzeug passieren muss.

Auch der Ladevorgang zu den mit Kleintransportern (max. 3,5 t) befahrbaren Lastenaufzügen kann hier erfolgen, für kleineres Ladegut sogar im Kellergeschoss.

 

Funktionale Organisation: Tiefgarage, Anordnung der Parkplätze

Das Garagengeschoss kann in zwei Bereiche unterteilt werden, in jenen für die Betriebsflächen und jenen für den Dienstleistungssektor.

Die Zu- bzw. Ausfahrt dient für beide Stellplatzbereiche, nur abends oder an arbeitsfreien Tagen wird zu den PKW-Stellflächen der Betriebsgebäude das Tor geschlossen. Die Tiefgarage  des Tertiärbereichs bleibt somit für Besucher von Seminaren, Vorträgen oder des Fitness-Studios weiterhin zugänglich.

Im Bereich der Betriebsflächen ist jedem Gebäudeteil eine doppelte Reihe von PKW-Stellplätzen zugeordnet, eine Abstellmöglichkeit für Zweiräder ist ebenfalls gegeben. Diese könnten, wenn gewünscht, abschließbar sein.

Folgende Plätze stehen zur Verfügung:

Garage Betriebsflächen: 89, davon 5 für Behinderte

Garage Dienstleistung: 53, davon 2 für Behinderte.

Im Vorfahrtsbereich des Erdgeschoß stehen weitere 8 Besucherparkplätze zur Verfügung und insgesamt somit150 PKW-Stellplätze.

 

Funktionale Organisation: Erschließung

Der für die tertiäre Nutzung vorgesehene Gebäudekopf wird über einen, durch den vorspringenden Teil, wettergeschützten Eingang erschlossen. Die Haupttreppe im Atrium unterstreicht die repräsentative Funktion dieses Bereiches und verstärkt das Erlebnis einer außergewöhnlichen Licht- und Raumwirkung.

Die zusätzliche Treppe im Nordosten ermöglicht den Zugang des Fitness-Studios außerhalb der Büroöffnungszeiten und dient auch als Fluchttreppe für das gesamte Verwaltungsgebäude.

An der Nordostseite der Betriebsgebäude liegen die Lastenaufzüge, eine damit zusammenhängende Treppe ermöglicht die Fußwegverbindung zu allen Geschoßen und dient ebenfalls als Fluchttreppe für die Gewerbeflächen.

An der Südwestseite sind die eigentlichen Betriebszugänge vorgesehen. Die Personenaufzüge werden so wie alle anderen Aufzüge bis in das Garagengeschoß geführt. Dadurch ist bei allen Gebäudeteilen eine unmittelbare Verbindung zwischen Tiefgarage und Verwaltungs- bzw. Betriebsflächen gegeben.

 

Funktionale Organisation: Verteilung der tertiären und gewerblichen Nutzung

Nach eingehenden Funktionsanalysen sind wir zur Überzeugung gelangt, daß Gewerbe- und Dienstleistungsbereich unbedingt getrennt werden müssen. Auch die in der WBW-Ausschreibung geforderten, den Betriebsflächen zuzuordnenden Gemeinschaftseinrichtungen haben wir zu den tertiären Flächen gelegt, da aus Lärmgründen in unmittelbarer Nähe der produzierenden Betriebe keine Räume für Ausbildung oder Konferenzen vorgesehen werden sollten. Jede Betriebsfläche ist mit Verwaltungs- und Sanitärbereich ausgestattet, alle anderen Aktivitäten befinden sich im Dienstleistungsbereich.

Somit ergibt sich in unserem Projekt eine klare Trennung zwischen Dienstleistungsgebäude und Betriebsflächen.

Diese Trennung nimmt auch Bezug auf unterschiedliche Erfordernisse hinsichtlich lichter Raumhöhen (Dienstleistung EG mit Bar 5,30m, Obergeschoße 3,00m, Betriebsräume 5,30m im EG, 4,00m in den Obergeschoßen), statischer und bautechnischer Eigenheiten sowie unterschiedlicher Belichtungs- und Versorgungsnotwendigkeiten.

Der Fitness- und Saunabereich ist bei unserem Vorschlag im Dachgeschoß des Dienstleistungsbereichs vorgesehen. Ein Sonnendeck mit Freibereich für Saunagäste bietet optimale Voraussetzungen für Entspannung und Erholung.

 

Funktionale Organisation: Lagerflächen

Die laut WBW-Ausschreibung verlangten Lagerflächen im Freien sind aus mehreren Überlegungen nicht vorteilhaft:

der Freibereich im EG ist zur Gänze für Zu- und Ausfahrtsspuren vorgesehen, auch aus Sicherheitsgründen ist dieser Wunsch abzulehnen.

Unser Projekt sieht im EG geschlossene Lagerflächen vor, in den Obergeschoßen sind diese als von Gittern abgetrennte Freiflächen in direkter Verbindung dem Lastenaufzug und den Betrieben vorgelagert.  

 

Funktionale Organisation: Nutzungsflexibilität

Die Grundrisse aller Geschoße sowohl der Betriebsflächen als auch der Dienstleistungsbereiche sind durch ein einheitliches Stützenraster sehr flexibel gehalten worden.

Die angebotenen Nutzflächen sind leicht kombinierbar.

Mehrere Einheiten der Betriebsflächen können im Erdgeschoß zu einer größeren Fläche zusammengeschlossen werden. Auch eine geschoßübergreifende Verbindung ist denkbar, dann allerdings beschränkt auf die einzelnen Gebäudekörper.

Im Verwaltungsbereich sind die geforderten Mindestflächen für Büros erweiter- oder auch teilbar.

Räume für Konferenzen oder Seminare sind ebenso unterteilbar.

 

Energieversorgung, HLT-Technik

Die Technikräume sind im Garagengeschoß vorgesehen. Dadurch kann ein eventueller Wartungsvorgang auch während der Betriebszeiten durchgeführt werden. Die Unterteilung in mehrere Technik-Einheiten bietet die Möglichkeit, zusammenhängende Betriebsflächen auch als einzelnes Gebäude verkaufen oder anmieten zu können.

Die das gesamte Gebäude überspannende Dachfläche dient als Regenwassersammler (für WC-Spülungen und Waschvorgänge im KFZ-Bereich), bedeckt die im Freien liegenden Lagerflächen der Betriebe in den Obergeschoßen und deckt mit Solarzellen versehen einen Teil des Strombedarfs.

Die ebenfalls vorgesehenen Solarkollektoren erwirtschaften den Warmwasserbedarf des gesamten Gebäudes.

 

Fassadengestaltung, Verschattung

Die Betriebsbereiche werden mit einer regelbaren Lamellenfassade ausgestattet. Durch Steuervorrichtungen kann optimales blendfreies Arbeiten ermöglicht werden. Bei starken Winden wirken die Lamellen als Brecher und verzögern dadurch die Abkühlung der Fensterflächen. Großflächige Verglasungen lassen das Tageslicht tief ins Gebäudeinnere vordringen.

Das Dienstleistungsgebäude erhält im Bürobereich eine doppelschalige Glasfassade, alle Verschattungs-und Blendschutzvorrichtungen sind hier untergebracht. Der teilweise offene Zwischenraum dient im Sommer der Kühlung, im Winter als Wärmepuffer.

Die massiven Wände der Seminar- und Konferenzräume können als Wärmespeicher agieren und die Energie verzögert an die dahinterliegenden Räume abgeben.

 

Tragwerk

Für das gesamte Gebäude ist ein einfaches Tragwerksystem aus Stützen und Trägern vorgesehen. Vorgefertigte Stahlbetonteile ergeben eine wirtschaftliche Bauweise, alle Ausbau- und Fassadenelemente können in Trockenbauweise montiert werden. Das ergibt kurze Bauzeiten durch optimale Koordinierung aller Leistungsbereiche. Bei Änderungen in der Nutzerstruktur sind eventuell notwendige Anpassungen leicht vorzunehmen.

Die Tiefgarage muss wegen des hohen Grundwasserstandes mit einer Wanne ummantelt werden. Die dafür anfallenden Mehrkosten können in jedem Fall durch größere Nettogeschossflächen in den Gebäudeteilen aufgewogen werden.

 

Projektdaten:

Nettonutzfläche:  19.230 m²

Bauvolumen:      71.385 m³

Baukosten:         16.702.000 €

Platzierung:        Engere Wahl unter 41 Teilnehmern

 

 

 

 

 

 

 

 






italiano | english Dr. Arch. Elmar Unterhauser EU Architects eu@us2-arch.com - www.us2-arch.com